Zuwanderung in Deutschland

April 23rd, 2013

OsteuropaEs muss Euch Deutschen doch in den Ohren dröhnen, was Eure Politiker da beinahe täglich predigen: Wir brauchen mehr Kinder, wir brauchen mehr Zuwanderer. Warum eigentlich? Warum können nicht zum Beispiel Maschinen einen Großteil der Arbeit übernehmen, so, wie es stets die Phantasie der großen Gesellschaftsentwürfe vorschlug? Wenn weniger Menschen geboren werden, ist doch auch weniger Aufwand nötig, wenn immer mehr Menschen vom Land in die Städte ziehen, dann braucht auch nicht jedes Dorf mehr die vollständige Infrastruktur. So jedenfalls die Logik der Politik auf der einen Seite, auf deren anderen jedoch die Rede von der Zuwanderung. Ist das nicht ein Widerspruch? Nein, ist es nicht, denn Ihr braucht die Zuwanderer nur, um Euer zugegeben geniales Rentensystem zu erhalten! Das ist alles und dafür sind Menschen nötig, die arbeiten und Steuern zahlen.
Das Problem der schrumpfenden, arbeitsfähigen Bevölkerung hat man schon vor Jahrzehnten erkannt aber leider die falschen Schlüsse gezogen: Unter Kohl holte man, so jedenfalls hab ich das gelesen, zahllose Halbdeutsche aus Russland in die BRD, die aber entweder zu schlecht ausgebildet oder einfach zu faul waren, um den Arbeitsprozess entscheidend zu beleben. Dazu kommt der Nachwuchs all jener Türken, die schon früher nur für niedere Arbeiten taugten und deren Zöglinge einmal entscheidend zum deutschen Bruttosozialprodukt beitragen sollen? Klar, viele werden das tun und sie betrachten Deutschland auch als eine Art Heimat, viele werden aber entweder in die Türkei zurückgehen, heiraten (und dann sind sie als Frauen sowieso nicht mehr für den Arbeitsprozess eingeplant, sondern zum Gebähren, so jedenfalls die Logik vieler Türken und dergleichen) oder oft genug auch auf die kriminelle Bahn geraten.
Sinnvoller finde ich es da allemal, wenn Ihr in der EU um Arbeitskräfte und um Zuwanderer werbt: Spanier, Griechen, Portugiesen und natürlich wir Osteuropäer aus Polen, Tschechien oder auch den Baltischen Ländern werden garantiert mehr zur wirtschaftlichen (und im Übrigen auch kulturellen) Entwicklung beitragen als der Orient oder die russische Melancholie. Keine Sorge, ich bin kein Chauvinist oder so, das wäre als Pole, der ich nunmal bin, auch absurd, aber ich bin realistisch. Ein solch hoch entwickeltes Land wie Deutschland kann sich zwar eine ganze Menge an sozialer Ausnutzung leisten, irgendwann ist aber auch Schluss. Und diese Zeiten brechen nun an, denn künftig werden weniger Deutsche und mehr nicht – Deutsche den Wirtschaftsprozess beeinflussen und die Rentner werden ihren Lebensabend nur genießen können, wenn hinter diesem Wirtschaftsprozess auch Substanz steckt: Industrie, Handel, Landwirtschaft – das muss alles funktionieren und das wird es nur mit einer fleißigen und zuverlässigen Arbeiterschaft. Ob man die aber nun gerade in Russland oder bei den Arabern findet, wage ich zu bezweifeln. Zu offensichtlich sind deren lokale Probleme und Ihr Deutschen sollte für Menschen aus diesen Kulturkreisen erst mal eine vernünftige Bildung schaffen, die ihnen auch Eure Werte vermittelt, sondern wenden sich diese in ganz eigenen Vorstellungen behafteten Massen eines Tages noch gegen Euch! Als Pole darf ich sowas glücklicherweise sagen, die Nazi-Keule wirkt bei mir nicht. Hört endlich auf, Euch mit der Vergangenheit zu beschäftigen und macht anständige, weitsichtige Pläne für die Zukunft! Wir Polen jedenfalls werden in einem vereinten Europa gerne mitarbeiten, gleich in welchem Land.

Ein Pole in Berlin

April 12th, 2013

Aus PolenHi Leute, ich bin Pole und lebe seit einigen Jahren in Berlin. Immer wenn ich nach Hause nach Wroclaw fahre, bin ich irgendwie richtig froh, dass wir endlich in Frieden hier in Europa leben und dass wir ohne Grenzen und ohne komplizierte Bürokratie ein echtes Europa aufbauen. Zumindest ist letzteres meine Hoffnung, denn wenn man sich die Euro – Rettung so anschaut (Wir haben ja noch den nicht sonderlich wertvollen, aber dafür flexiblen Zloty), kommen mir als Osteuropäer, also als jüngeres Mitglied im Euroclub so meine Zweifel. Scheinbar verläuft die Trennung heute nicht mehr mitten durch Berlin, Deutschland und Mitteleuropa, sondern durch die Alpen oder noch besser, südlich der Po-Ebene. Es ist schade, dass sich die Politik trotz allem Beteuern derart undemokratisch gibt, riesige Summen an Geldern ohne großes Nachdenken vergibt, anstatt den ganz offenkundigen Saustall richtig auszumisten! Auch wir Polen werden eines Tages die Zeche zahlen und auch wenn wir überzeugte Europäer sind, mehr und mehr, werden wir sicher damit ein Problem haben. Ist das der Preis für Europa? Ich weiß es nicht und ich werde mir hier in meinem Blog so meine Gedanken machen.
Gerade die Rolle meiner Heimat inmitten der Veränderungen des 21. Jahrhunderts hat es mir angetan. Verständlich, ich bin ja Pole und ich weiß natürlich auch um unsere komplizierte Geschichte: Teilung, Besatzung, Umerziehung, Völkermord – das hat alles in unserem gar nicht so großen Land stattgefunden!
Und die Gegenwart? Wenn ich es richtig einschätze, dann haben manche Leute noch Vorurteile, sie glauben, wir Polen wären alles Diebe, ein bißchen liederlich (sind wir auch) und am Aufbau nicht sehr interessiert. Aber Polen hat das größte Wachstum in ganz Europa, polnische Pflegekräfte arbeiten gerade in Deutschland in großer Zahl und helfen die Überalterung abzufedern. Wir haben einen Großteil an Produktion fremdländischer Unternehmen im Land, können also nicht so faul sein, wie das manche noch behaupten. Und letztes Jahr haben wir eine, wie ich finde, wirklich tolle Europameisterschaft zusammen mit der Ukraine veranstaltet! Polen ist heute ein wachstumsstarkes Land mit bildungshungrigen Menschen, die trotzdem zu Verzicht und harter Arbeit bereit sind. Als Wahl-Berliner bin ich zwar nicht direkt am Puls der Heimat, aber ich besuche öfters meine Familie.
Beruflich arbeite ich in der Charité als Krankenpfleger und ich bin überrascht, wie viele meiner Landsleute einen Beruf im medizinischen oder pflegerischen Bereich hier in Deutschland ergreifen!
Gibt es hier wirklich einen solch eklatanten Ärztemangel und Pflegenotstand?
Aber gut, dazu dann gleich mehr – Auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen!
Pflegekraefte aus Polen